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September 2002

Deutsche und Sorben schützen gegenseitig ihre Schulen

Anlässlich des zehnten Treffen aller Schulinitiativen aus ganz Sachsen im Plenarsaal des Sächsischen Landtages in Dresden und der Einleitung des Volksbegehrens "Zukunft braucht Schule" erklärt Heiko Kosel, minderheitenpolitischer Sprecher der PDS-Fraktion:

"Die Sorben haben in den vergangenen Tagen den Crostwitzer Aufstand, der im Herbst 2001 ausgesetzt wurde, weitergeführt. Sie sind mit Transparenten auf die Straße gegangen, haben für den Erhalt des sorbischen Schulnetzes gebetet und die Crostwitzer Schule, die das sächsische Kultusministerium liquidieren will, erneut genutzt und als mögliche Ganztagsschule der Öffentlichkeit vorgestellt. Jeder Teilnehmer hat erneut gespürt, dass die Sorben genug Energie, Kraft und Phantasie haben, so larige um den Erhalt aller sorbischer Schulen zu kämpfen, bis ihr Bestand gesetzlich garantiert ist. Notfalls jahrelang und jedes Jahr aufs neue.

Heute sagten die Vertreter der sorbischen Elterninitiativen und der Domowina im Sächsischen Landtag dem Verein "Zukunft braucht Schule" ihre volle inhaltliche, logistische und personelle Unterstützung zu. Damit haben die Sorben eigenständige Protestformen - für dieses Jahr- erst einmal ausgesetzt und setzen alle Anstrengung, Phanstasie und Ausdauer für die Sammlung der Unterschriften für das Volksbegehren ein. Damit besteht die einmalige Konstellation, dass Sorben und Deutsche mit der demokratischen Wahrnehmung ihrer verfassungsmäßigen Rechte gegenseitig ihre Schulen schützen. Das ist das bisher schönste Symbol in der langen Geschichte deutschsorbischer Nachbarschaft.