News-Service der Burgenlandkroaten 22.10.2003
Sorben in Deutschland kämpfen vor Verfassungsgericht um ihre Schulen
Die sorbische Minderheit will sich weiter gegen die Schließung der Mittelschule Crostwitz zur Wehr setzen. Bis zum 24. Oktober soll eine Klage beim Verfassungsgericht im Bundesland Sachsen eingereicht werden, teilte die Domowina gestern in Bautzen mit. Die Domowina ist die zentrale Vertretungsorganisation der Sorben, einer alteingesessenen Minderheit im Osten Deutschlands.
Mit der Klage soll geprüft werden, ob Sachsens Schulgesetz verfassungskonform ist. Eine Entscheidung zur Schließung einer Schule der Minderheit löste wochenlange Proteste und einen Streik aus. International wurde der Streit vor allem von slawischen Nachbarländern verfolgt. Das Verwaltungsgericht sah selbst die Regelungen zum Schutz der sorbischen Sprache als nicht relevant, um den Schulstandort zu erhalten. Die Domowina will nun die Notwendigkeit von Ausnahmen zum Schulgesetz prüfen lassen.
Nach Einschätzung der Domowina ist das Ende der Crostwitzer
Schule kein lokales Problem. Die Diskussion sei grundsätzlich und betreffe
die sorbischen Schulen im gesamten zweisprachigen Gebiet Sachsens. Im Ernstfall
sei keine der jetzigen Einrichtungen dauerhaft gesichert, da sie weder in der
Schülerzahl noch in der Mehrzügigkeit der Klassen den Ansprüchen
der sächsischen Gesetze für die Mehrheitsbevölkerung entsprächen,
hieß es.