Lausitzer Rundschau 23.08.2003
Sorben-Schule Crostwitz wird geschlossen
Verwaltungsgericht bestätigt Entscheidung
Kurz vor Beginn des neuen Schuljahres hat das Verwaltungsgericht Dresden die Schließung der Sorbischen Mittelschule Crostwitz (Landkreis Kamenz) bestätigt (Az.: 5 K 2959/03).
Damit wurde ein Antrag von Schülern und Eltern auf Gewährung von vorläufigem Rechtsschutz abgelehnt, teilte das Gericht gestern mit und bekräftigte die Entscheidung des Kultusministeriums, die Schule zu schließen. Die Vorschriften würden ab Klasse 7 mindestens 20 Schüler pro Klasse verlangen. Das sei nicht gegeben. Von der Schließung sollen 49 Schüler betroffen sein.
Für Crostwitz wurde bereits 2001/2002 keine fünfte Klasse mehr zugelassen, weil bei 17 Schülern nicht die vom sächsischen Schulgesetz geforderte Zweizügigkeit zu Stande gekommen war. Dies löste damals wochenlange Proteste und einen Streik aus.
Das Gericht befand, dass auch die Einrichtung einer fünften Klassenstufe im kommenden Schuljahr nicht von den Eltern verlangt werden könne. Die Zahl der Anmeldungen habe die Mindestschülerzahl einer Klasse unterschritten. Auch in Zukunft werde sich an der Zahl der Einschulungen voraussichtlich nichts ändern.
Die betroffenen Schüler könnten die Schule im benachbarten Ralbitz besuchen, wo ebenfalls auf Sorbisch unterrichtet werde. Gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes legten die Eltern der sorbischen Mittelschule Widerspruch ein. Die Domowina zeigte sich bestürzt über die Entscheidung. (dpa/gb)