Lausitzer Rundschau 26.08.2003

 

Sorbische Schule beschäftigt Oberverwaltungsgericht

Papst stellt sich an die Seite der Betroffenen

Mit der Zukunft der sorbischen Mittelschule in Crostwitz hat sich jetzt das Sächsische Oberverwaltungsgericht in Bautzen zu beschäftigen.

Das Verwaltungsgericht Dresden hatte am Freitag einen Eilantrag von 42 Eltern und Schülern abgewiesen, die die vom Kultusministerium angeordnete Schließung der Einrichtung nicht widerstandslos hinnehmen wollen, teilte die sorbische Dachorganisation Domowina gestern mit. Der Rechtsanwalt der Kläger, Torsten Schmidt, legte gegen die gerichtliche Entscheidung Widerspruch ein.

Die Mittelschule "Jurij Chezka" in Crostwitz ist seit Beginn des neuen Schuljahres wegen zu geringer Schülerzahlen geschlossen (die RUNDSCHAU berichtete). Rund 200 Schüler, Eltern und weitere Sympathisanten versammelten sich gestern auf dem Schulhof, um gegen die Entscheidung des Kultusministeriums zu protestieren. Domowina-Vorsitzender Jan Nuck sicherte Eltern und Schülern die Unterstützung des Sorben-Dachverbandes zu, "wenn es sein muss, bis zum Europäischen Verfassungsgericht". Papst Johannes Paul II. hatte den Sorben durch einen Vermittler die mündliche Botschaft überbringen lassen, er denke an sie, er bete für sie, und er segne sie, heißt es in einer Pressemitteilung der Domowina. Der Vatikan habe damit auf einen Brief des Vorsitzenden reagiert, in dem dieser um Unterstützung beim Erhalt des sorbischen Schulnetzes gebeten hatte, da die muttersprachlichen Schulen als "unverzichtbare Sprachräume" existenzielle Bedeutung für das sorbische Volk haben. (ddp/gb)