Oberlausitzer Kurier 12.07.2003
Domowina
Schulschließung nicht
akzeptiert
Crostwitz. Mit Befremden hat die Domowina die Entscheidung des sächsischen
Kultusministeriums zur Kenntnis genommen, die Crostwitzer Mittelschule "Jurij
Chezka" zum Ende des Schuljahres zu schließen. "Wir werden die
Entscheidung nicht akzeptieren", sagte der Vorsitzende der Domowina, Jan
Nuck. Er kündigte an, alle von der Verfassung gebotenen Möglichkeiten
auszuschöpfen, "um diese für die sorbische Zukunft verheerende
Maßnahme abzuwenden."
Dazu gehöre das Agieren auf politischer Ebene ebenso wie die Unterstützung von Aktionen der Eltern. Mit jeder sorbischen Bildungseinrichtung, die geschlossen werde, verliere das sorbische Volk einen für seine Existenz unverzichtbaren Sprachraum. Die Crostwitzer Schule, die im nächsten Jahr 100 Jahre alt werden würde, gehört zu den wenigen Schulen, in denen Sorbisch Ausbildungs- und zugleich Umgangssprache ist. Vor zwei Jahren wurde der Ort überregional bekannt, als Eltern, Schüler und weitere Bürger auch mit unkonventionellen Mitteln um den Erhalt ihrer Schule kämpften.
Bereits in den vergangenen Tagen hat sich der Bund Lausitzer Sorben mit Briefen an Papst Johannes Paul II., an den Hohen Kommissar für die Angelegenheiten nationaler Minderheiten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und an den Beratenden Ausschuss für die Rahmenvereinbarung zum Schutz nationaler Minderheiten des Ministerkomitees des Europarates gewandt und um Unterstützung gebeten.